Weibliche Vorbilder: Dr. Marie-Theres Rämer über ihre Arbeit bei DLA Piper

Interview mit Dr. Marie-Theres Rämer, Rechtsanwältin & Steuerberaterin bei DLA Piper

Als Partnerin einer Wirtschaftskanzlei die Kinder nachmittags von der Schule abholen? Das geht! Wer gut organisiert ist, muss keine Abstriche an der Karriere machen, sagt Dr. Marie-Theres Rämer von DLA Piper.

Wie gelingt es Ihnen die Karriere und Ihre Familie miteinander zu vereinbaren?

Ich bin sehr zeitnah nach den Geburten der Kinder wieder in den Job zurückgekehrt und habe die Bereiche Beruf und Familie nie strikt voneinander getrennt. So wie ich für Mandanten und Kollegen 24/7 erreichbar bin, habe ich auch die Kinder von Geburt an mit ins Büro und zu internen Veranstaltungen genommen. Mein privates und berufliches Umfeld hat mich dabei stets unterstützt. Als meine jüngere Tochter geboren wurde, steckte ich gerade mitten in einem berufsbegleitenden MBA. Ich habe sie als Baby nicht nur zu den Vorlesungen mitgenommen, sondern auch auf Reisen. Wenn ich meine Kinder zweimal in der Woche nachmittags von der Schule bzw. dem Kindergarten abhole, muss ich die Zeit am Abend wieder nachholen. Das ist manchmal anstrengend, ermöglicht mir aber auch, den Alltag der Kinder mitzuerleben.

Welche Angebote haben Sie für angehende Juristinnen bzw. Absolventinnen, um Ihre Kanzlei kennenzulernen?

Nachwuchsjuristinnen können DLA Piper in jeder Phase ihrer Ausbildung kennenlernen. Während des Studiums ist sicher unsere Spring oder Summer School die beste Möglichkeit, in die Kanzlei hineinzuschnuppern. Wir freuen uns außerdem immer über Bewerbungen um eine Wissenschaftliche Mitarbeit, sei es studienbegleitend, neben dem Referendariat oder auch in Überbrückungszeiträumen. Übrigens: Aktuell sind etwa 60 Prozent unserer Referendarinnen und Referendare weiblich. Ich kann allen Interessierten nur raten, den Vorbereitungsdienst für einen Blick in die Wirtschaftskanzlei zu nutzen. Wer schon das Zweite Staatsexamen in der Tasche hat, kann als Wissenschaftliche Referentin bei uns arbeiten oder als Associate einsteigen.

Welche Rolle haben Role Models in Ihrer Karriere gespielt und wer ist Ihr persönliches Role Model?

Role Models waren für mich sehr wichtig: Das waren zum einen fachliche Mentorinnen und Mentoren, die meine juristische und steuerrechtliche Ausbildung förderten und deren Herangehensweise an fachliche Themen und Problemstellungen mich sehr prägte. Zum anderen gab es auch fachfremde Mentorinnen, die mich dabei unterstützten, meine Karriere zu entwickeln und zielstrebig anzugehen. Sie haben mir vorgelebt, dass man Beruf und Familie vereinbaren kann. Allen voran geprägt hat mich Daniela Weber- Rey, die ehemalige Corporate-Partnerin bei Clifford Chance und frühere Chief Governance Officer bei der Deutschen Bank, die heute in erster Linie als Aufsichtsrätin tätig ist.

Inwieweit werden Frauen in Ihrer Kanzlei explizit gefördert?

Vielfalt ist ein zentrales Element unserer Firmenkultur. Wir wollen eine einzigartige Mischung aus Talenten, Fähigkeiten, Erfahrungen und Perspektiven bei uns versammeln. Um gezielt die Position von Frauen bei DLA Piper zu stärken und Juristinnen auf ihrem Karriereweg zu begleiten und zu fördern, haben wir das Programm LAW aufgelegt, das für »Leadership Alliance for Women« steht. Es hilft uns, interne Prozesse zu optimieren, und bietet ein tolles Angebot an Events speziell für Frauen. Zuletzt hatten wir als besonderes Highlight Bibiana Steinhaus zu Gast, die als erste Schiedsrichterin Spiele der 1. Bundesliga der Männer gepfiffen hat. Sie konnte uns interessante Einblicke geben, wie sie sich in dieser Männerdomäne durchgesetzt hat. 

 

 

Über die Interviewpartnerin:

Dr. Marie-Theres Rämer
Rechtsanwältin und Steuerberaterin bei DLA Piper