Wahlstation als Chance - Wofür?

von Elke Wurster

Die Schreibhand schmerzt noch von den sieben bis neun Klausuren à fünf Stunden. Jetzt heißt es Koffer packen: für die Wahlstation auf einem anderen Kontinent, in einem fremden Land, an einem weiter entfernten Ort - oder doch nur für einen Urlaub, bevor die letzte Station des Referendariats am Heimatort angetreten wird?

Alles, nur nicht "bekannt und bewährt"

In jedem Fall bietet die Wahlstation die Möglichkeit, noch einmal in einen ganz anderen, neuen Bereich hineinzuschnuppern. Vor dem Einstieg in das Berufsleben besteht jetzt die Chance, ein fremdes Land, ein unbekanntes Berufsfeld oder einen „Hidden Champion“ kennenzulernen. Hier kann man völlig unverbindlich und ohne Druck etwas ausprobieren.

Diese Gelegenheit kann (und vielleicht sogar sollte) auch dann wahrgenommen werden, wenn man schon genau weiß, wo der erste Arbeitsplatz nach der nun noch ausstehenden mündlichen Prüfung sein wird. Ich persönlich bin der Meinung, dass die besseren Argumente dafürsprechen, die Wahlstation gerade nicht bei dem Arbeitgeber zu machen, für den man sich bereits entschieden hat. Dort wird man später ohnehin noch lange genug arbeiten. Nutzen Sie die Zeit lieber für eine „ungewöhnliche“ Ausbildungsstation.

Alles eine Frage der Perspektive

Die Pflichtstationen im Referendariat konzentrieren sich auf Gericht, Staatsanwaltschaft oder andere Behörden sowie die Anwaltschaft. Die Rechtsbranche ist jedoch vielfältiger und diverser. Um diese Möglichkeiten zu erkunden, kommen die letzten Monate des Referendariats genau recht.

Sie möchten unbedingt in die Anwaltschaft? Dann nehmen Sie doch in der Wahlstation auf der anderen Seite des Tisches Platz und lernen Sie die Arbeit in der Rechtsabteilung eines Unternehmens kennen, um später ein besseres Gespür für die Bedürfnisse Ihrer MandantInnen zu haben: Wie arbeiten SyndikusanwältInnen und wie gestaltet sich deren Berufsalltag? Wie muss Rechtsberatung durch externe AnwältInnen aussehen, damit sie im Unternehmen einen echten Mehrwert bietet und die Syndizi bestmöglich unterstützt? Wie abwechslungsreich ist eine Tätigkeit im Unternehmen und wie erfolgt die Zusammenarbeit mit den operativen Bereichen?

Ähnliches gilt auch für ReferendarInnen, die später in der Justiz arbeiten möchten. Auch für sie ist die Kenntnis von Unternehmensabläufen und -arbeitsweisen und damit ein Perspektivwechsel vor Eintritt in den Staatsdienst hilfreich.

Ich bin sicher, dass Sie überrascht sein werden: von der Vielfältigkeit der Aufgaben, dem engen Kontakt mit den KollegInnen aus dem Business, der unmittelbaren Relevanz Ihrer Rechtsberatung und der Geschwindigkeit, mit der in Unternehmen manchmal Entscheidungen getroffen werden (müssen).

Nach meiner ganz persönlichen Auffassung ist die Wahlstation eine Chance, neue und vielleicht unbekannte Möglichkeiten des Rechtsmarktes zu entdecken oder noch einmal einen Auslandsaufenthalt durchzuführen.

Wahlstation bei TÜV SÜD? Alles, nur keine Langeweile

Ihr Interesse ist geweckt und Sie möchten Inhouse-Luft schnuppern? Eine attraktive Möglichkeit dafür bietet der Konzernbereich Recht, Compliance und Versicherungen bei TÜV SÜD. Wir beraten die KollegInnen weltweit in Rechts- und Compliance-Fragen und geben die Rahmenbedingungen im Bereich Recht und Compliance vor, die an ca. 1.000 Standorten weltweit von den ca. 28.000 Mitarbeitenden einzuhalten sind. Deshalb arbeiten wir oft auf Englisch und stehen häufig in Kontakt mit KollegInnen im Ausland.

Bei TÜV SÜD können Sie Ihr Pflichtwahlpraktikum in den Berufsfeldern 3 (Anwaltschaft), 4 (Wirtschaft) oder 8 (Informationstechnologierecht und Legal Tech) ableisten. Ihnen bietet sich die Chance, das vielfältige Aufgabengebiet der Rechts- und Compliance-Beratung in einem internationalen Konzern kennenzulernen, welcher für technische Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit steht. Sie werden in einem hochmotivierten Team mit Freiraum zur eigenen Gestaltung tätig sein, um zu lernen, wie man wirtschaftliche Zielsetzungen mit den rechtlichen Möglichkeiten in Einklang bringt.

Welche Voraussetzungen müssen Sie für eine Wahlstation bei TÜV SÜD erfüllen? Sie haben Ihr erstes juristisches Staatsexamen mit Prädikat absolviert, bringen Eigeninitiative mit und verfügen über eine selbständige, lösungsorientierte Arbeitsweise. Sie sind für vielfältige und abwechslungsreiche rechtliche Fragestellungen zu begeistern und Kommunikationsfähigkeit ist Ihre besonders ausgeprägte Stärke. Außerdem erwarten wir Teamfähigkeit und Interesse an einer internationalen und interkulturellen Tätigkeit.

Ich selbst bin seit zweieinhalb Jahren bei TÜV SÜD. Ich hatte nicht erwartet, dass die Bandbreite an Dienstleistungen so groß und dementsprechend die juristischen Fragestellungen so abwechslungsreich sein würden. Dies und die Freundlichkeit der KollegInnen im Konzern sowie die Zusammenarbeit im Team schätze ich an meiner Arbeit besonders. Für mich ist der Konzernbereich Recht, Compliance und Versicherungen bei TÜV SÜD ein echter Hidden Champion unter den Möglichkeiten für eine Wahlstation. Ich lade Sie herzlich ein, sich auf das Abenteuer einzulassen!

 

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Über die Autorin:

Elke Wurster - Rechts- und Syndikusanwältin
Maîtrise en Droit international et européen, zert. Compliance Officer (univ.)
Seit 1/2022 ist sie Head of Corporate Compliance bei TÜV SÜD – vorher Rechtsanwältin in verschiedenen internationalen Kanzleien und Director Legal & Compliance in einem Unternehmen der Bahninfrastruktur.