Mandantengewinnung mit Podcasts

von Ute Bolz-Fischer

Podcasts sind in aller Munde. Es gibt sie für jedes nur erdenkliche Thema, jede Nische, jeden Geschmack – auch für Anwältinnen und Anwälte. Wer sich dieses aktuelle Medium zunutze machen will, tut sich und seiner Kanzlei etwas Gutes – zumindest, wenn man es richtig anstellt.

Mit einem Podcast kann man sich zielsicher als absolute Expertin und absoluter Experte auf einem Gebiet etablieren. Egal, ob mit einer Gesprächspartnerin oder einem Gesprächspartner oder im Monolog: Im Podcast kann man zeigen, über welche Kompetenzen man verfügt und sich darüber hinaus als kommunikationsstarke Partnerin oder kommunikationsstarker Partner etablieren. Das funktioniert jedoch nicht einfach so aus dem Stegreif.

Werkzeug Stimme

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Zentral für einen guten Podcast ist die Stimme der Sprecherin oder des Sprechers. An ihr wird ein Podcast gemessen. Mit der Stimme entscheidet sich, ob Zuhörerinnen und Zuhörer dranbleiben oder nicht. Ein absolutes No-Go ist es, aufgesetzt zu sprechen. Zuhörerinnen und Zuhörer spüren das genau und empfinden es häufig als Grund abzuschalten. Damit ist also nichts gewonnen. Authentizität ist das Stichwort – schließlich will man einen Draht zu seiner Hörerschaft bekommen. Ist man stimmlich authentisch, verstellt sich nicht und versucht nicht, künstlich irgendwelche Idealvorstellungen von einem bestimmten Klang zu erfüllen, sind die Weichen dafür gestellt. Nutzt man den Klang seiner eigenen Stimme und sein eigenes Tonspektrum (die man sich übrigens mit Hilfe eines Coaches erarbeiten kann), wirkt die Stimme wie eine Visitenkarte. Das Ziel des Podcasts wäre damit erreicht.

Vorbereitung ist das A und O

Das Aufnehmen eines Podcasts kann beim ersten Mal schon ein wenig für Nervosität sorgen. Wer sich gut vorbereitet, hat wenig zu befürchten. Das geht bei ganz einfachen Fragen los: Möchte ich bei der Aufnahme lieber sitzen oder stehen? Entscheidet man sich fürs Sitzen, sollte man darauf achten, dass es nicht irgendwann in einer eher liegenden Haltung endet. Denn ohne die richtige Körperspannung kann man nicht gut sprechen. Sitzt man, sollte man aufrecht vor dem Mikrofon sitzen, damit die Stimme ihre Wirkung gut entfalten kann. Besser ist es jedoch, zu stehen, denn dann ist die Stimme am kräftigsten und klangvollsten, da sie mehr Unterstützung durch den Körper erhält.

Außerdem sollte für eine geräuscharme Umgebung gesorgt werden. Dafür empfehlen sich auch ein paar Testaufnahmen, denn die Technik hält möglicherweise Dinge fest, an die sich das Ohr schon so gewöhnt hat, dass es sie nicht mehr wahrnimmt. Dazu gehören zum Beispiel das Brummen eines Kühlschranks oder von Festplatten, Tippen aus dem Nachbarzimmer oder die viel befahrene Straße vor dem Fenster. Ein Glas stilles Wasser sollte sich für den Notfall immer in greifbarer Nähe befinden.

Vorbereitung für die Stimme

Gerade die Stimme braucht eine gute Vorbereitung auf den Podcast. Man sollte sie auf jeden Fall aufwärmen, wie Sportler es vor Wettkämpfen oder auch im Training tun. Es ist nicht gut, wenn man vom Bett direkt vor das Mikrofon tritt. Denn auch unsere Stimme braucht ein wenig Zeit zum Aufwachen. Diese Zeit sollten wir ihr für ein klanglich optimales Ergebnis auch gewähren. Um sie aufzuwecken, egal zu welcher Tageszeit, sollten wir sie vor der eigentlichen Aufnahme schon einmal in Schwingung versetzen. Das Summen des Lieblingsliedes nach dem Aufstehen kann hier schon wahre Wunder bewirken. Aber man kann es auch etwas gezielter angehen.

Zunächst hilft es, wenn man den Körper in alle erdenklichen Richtungen streckt. Dann sollte man sich die Zeit nehmen, um ein paarmal tief durch die Nase einzuatmen – bis weit in den Bauchraum hinein. So erschließt man sich Resonanzräume, die während der Aufnahme die Stimme verstärken können. Die Stimme klingt voller, wenn man sich das zunutze macht. Um einen guten Stimmsitz zu finden, sollte man ein paarmal herzhaft und geräuschvoll gähnen. Ja, wirklich. Denn beim Gähnen atmet man tief ein und fördert den natürlichen Klang der Stimme.

Los geht’s

Eine inhaltliche Vorbereitung auf den Podcast versteht sich von selbst. Damit diese Vorbereitung nicht völlig untergeht, sollte man darauf achten, ein angemessenes Sprechtempo an den Tag zu legen. Ist es zu schnell, werden Silben verschluckt und die Hörerin oder der Hörer kann vielleicht nicht ganz folgen. Ist es zu langsam, driftet ein Monolog häufig in Langeweile ab. Darüber hinaus kann eine interessante Sprechmelodie dafür sorgen, dass ein Vortrag für die Zuhörerinnen und Zuhörer interessant bleibt. Aber Achtung! Nicht übertreiben, denn das wirkt schnell künstlich. Bis man bei dieser Gratwanderung einen guten Weg für sich selbst gefunden hat, braucht es ein wenig Übung.

Mandanten ansprechen und binden

Podcasts stellen natürlich einen gewissen Aufwand dar, aber es lohnt sich, diesen zu betreiben. Anhand dieses Mediums kann man Mandanten ansprechen und binden, Kontakte aufbauen und sein eigenes Standing als Experte auf einem bestimmen Gebiet unterstreichen. Die Stimme ist dabei das entscheidende Werkzeug. Daher sollte der Stimme die gebotene Aufmerksamkeit gewidmet werden.

 

Über die Autorin:

Ute Bolz-Fischer
Stimmtrainerin, Sängerin und Musikwissenschaftlerin