Das Gender-Pay-Gap in der Rechtsbranche

von Veronika Gebertshammer

Frauen sind in Vorstandspositionen auch im Jahr 2022 noch immer untervertreten. Wie steht es aber mit dem Gender-Pay-Gap in den Rechtsberufen?

Nach offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit vom Februar 2022 hat genau das untersucht und herausgefunden, dass Frauen in allen Berufen der Rechtsbranche noch immer weniger verdienen als Männer, welche die gleiche Position innehaben. Gemessen wurde das mittlere monatliche Brutto-Gehalt einer Person, die älter als 55 Jahre ist sowie in Vollzeit arbeitet. 

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Berlin
Öffentliches Recht

Bei dem Anwaltsberuf liegt eine Differenz von fast zwölf Prozent vor. Anwälte verdienen monatlich im Durchschnitt 6450 Euro, während Anwältinnen fast 800 Euro weniger verdienen, nämlich 5694 Euro.

Bei den Steuerberaterinnen und Steuerberatern gibt es eine Gehaltsdifferenz von sieben Prozent: Steuerberater haben ein Monatsgehalt von durchschnittlich 6450 Euro. Steuerberaterinnen verdienen nur knapp 6000 Euro.

Ähnliche Zahlen liegen bei dem Beruf des Wirtschaftsprüfers und der Wirtschaftsprüferin vor: Ein Wirtschaftsprüfer verdient fast 500 Euro mehr pro Monat. Dies entspricht einer Differenz von fast acht Prozent.

Am geringsten ist die Differenz bei den Justiziaren und Justiziarinnen sowie Wirtschaftsjuristinnen und Wirtschaftsjuristen. Hier verdienen Männer 149 Euro mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. 

Sehr frappierend ist hingegen der Gehaltsunterschied bei den Notar- und Rechtsanwaltsfachangestellten sowie bei den Notargehilfen und Notargehilfinnen. Den Männern wird bei diesen Berufen fast 2000 Euro mehr Gehalt gezahlt als den Frauen. Dies macht eine Differenz von rund 38 Prozent aus. Männliche Fachangestellte verdienen monatlich etwa 4581 Euro, Frauen etwa 2833 Euro.

Auch bei den Steuerfachangestellten ist der Gehaltsunterschied deutlich: Hier verdienen Männer knapp 700 Euro mehr, nämlich durchschnittlich 3707 Euro. Frauen haben ein monatliches Gehalt von 3009 Euro. Dies ergibt eine Differenz von rund 19 Prozent. 

 

Über die Autorin:

Veronika Gebertshammer
Diplom-Juristin