Die Staatsexamina: Die wichtigsten Zahlen im Überblick

von Carlotta Rosengarten

Prädikat bleibt die Ausnahme

Die aktuelle Ausbildungsstatistik des Bundesamts für Justiz zeigt: Auch 2024 blieb das Prädikatsexamen für viele Jurastudierende ein anspruchsvolles Ziel. Zwar stieg die Zahl der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Ersten Juristischen Prüfung leicht an, Spitzennoten wurden jedoch weiterhin nur selten vergeben.

Erstes Staatsexamen: Mehr als jeder Dritte mit Prädikat

2024 haben 9.255 Studierende die Erste Juristische Prüfung erfolgreich abgeschlossen. Die Bestehensquote des staatlichen Prüfungsteils lag bei 72,6 Prozent und damit geringfügig über dem Vorjahreswert. Der Frauenanteil betrug 57,7 Prozent.

Bei den Noten ergeben sich folgende Kerndaten:

  • Vollbefriedigend oder besser: 36,7 %
  • Sehr gut: 0,5 %

Damit erreichte mehr als jeder dritte erfolgreiche Absolvent ein Prädikatsexamen.

Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern

Die Statistik verdeutlicht erhebliche regionale Unterschiede:

  • Anteil Frauen: 48,6 % (Schleswig-Holstein) bis 63,2 % (Bremen)
  • Durchschnittliche Studiendauer: 7,9 Semester (Nordrhein-Westfalen) bis 14,8 Semester (Saarland)
  • Vollbefriedigend oder besser: 44,8 % (Niedersachsen) bis 21,4 % (Mecklenburg-Vorpommern)

Zweites Staatsexamen: Hohe Erfolgsquote, wenige Spitzennoten

Die Zweite Juristische Staatsprüfung wurde 2024 von 8.084 Personen erfolgreich abgelegt. Die Bestehensquote lag bei 87,5 Prozent. Der Frauenanteil betrug 56,6 Prozent.

Bei den Abschlussnoten zeigt sich:

  • Vollbefriedigend, gut oder sehr gut: 21,7 %
  • Sehr gut: 0,04 %

Fazit

Die Zahlen für 2024 bestätigen einen bekannten Trend: Während die Bestehensquoten in beiden Staatsexamina vergleichsweise hoch sind, bleiben die begehrten Prädikatsnoten deutlich seltener. Die Bestnote „sehr gut“ bleibt in beiden Prüfungen eine absolute Ausnahme.


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