
Prädikat bleibt die Ausnahme
Die aktuelle Ausbildungsstatistik des Bundesamts für Justiz zeigt: Auch 2024 blieb das Prädikatsexamen für viele Jurastudierende ein anspruchsvolles Ziel. Zwar stieg die Zahl der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Ersten Juristischen Prüfung leicht an, Spitzennoten wurden jedoch weiterhin nur selten vergeben.
Die juristische Notenskala im Überblick
Die juristische Notenskala unterscheidet sich deutlich von den Benotungssystemen vieler anderer Studiengänge. Während in den meisten Fächern Schulnoten oder ECTS-Noten verwendet werden, erfolgt die Bewertung im Jura-Studium anhand einer Punkteskala von 0 bis 18 Punkten. Bereits wenige Punkte Unterschied können dabei erhebliche Auswirkungen auf die spätere Karriere haben.
Die juristische Notenskala gliedert sich in mehrere Bewertungsstufen. Als „Ausreichend“ gelten Ergebnisse von 4 bis 6,49 Punkten. Die Note „Befriedigend“ reicht von 6,5 bis 8,99 Punkten. Ab 9 Punkten wird die Note „Vollbefriedigend“ erreicht – das begehrte Prädikatsexamen im Jura-Studium. Darüber folgen die Noten „Gut“ und „Sehr gut“, die bundesweit nur von einem kleinen Teil der Examenskandidaten erzielt werden.
Ein Blick auf die aktuelle Jura-Notenverteilung zeigt, wie anspruchsvoll die Staatsprüfungen sind. Im Ersten Staatsexamen erreichten 2024 rund 36,7 Prozent der erfolgreichen Kandidaten ein Vollbefriedigend, während lediglich 0,5 Prozent mit „Sehr gut“ bewertet wurden. Im Zweiten Staatsexamen waren Spitzennoten sogar noch seltener.
Wer die Notenskala im Jura-Studium betrachtet, erkennt schnell, dass eine vermeintlich durchschnittliche Jura-Note häufig bereits eine überdurchschnittliche Leistung darstellt. Das gilt insbesondere für Ergebnisse im Bereich „Befriedigend“ und „Vollbefriedigend“, die von Arbeitgebern aus Justiz, Unternehmen und Kanzleien regelmäßig als wichtige Qualifikationsmerkmale angesehen werden.
Erstes Staatsexamen: Mehr als jeder Dritte mit Prädikat
2024 haben 9.255 Studierende die Erste Juristische Prüfung erfolgreich abgeschlossen. Die Bestehensquote des staatlichen Prüfungsteils lag bei 72,6 Prozent und damit geringfügig über dem Vorjahreswert. Der Frauenanteil betrug 57,7 Prozent.
Bei den Noten ergeben sich folgende Kerndaten:
- Vollbefriedigend oder besser: 36,7 %
- Sehr gut: 0,5 %
Damit erreichte mehr als jeder dritte erfolgreiche Absolvent ein Prädikatsexamen.
Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern
Die Statistik verdeutlicht erhebliche regionale Unterschiede:
- Anteil Frauen: 48,6 % (Schleswig-Holstein) bis 63,2 % (Bremen)
- Durchschnittliche Studiendauer: 7,9 Semester (Nordrhein-Westfalen) bis 14,8 Semester (Saarland)
- Vollbefriedigend oder besser: 44,8 % (Niedersachsen) bis 21,4 % (Mecklenburg-Vorpommern)
Zweites Staatsexamen: Hohe Erfolgsquote, wenige Spitzennoten
Die Zweite Juristische Staatsprüfung wurde 2024 von 8.084 Personen erfolgreich abgelegt. Die Bestehensquote lag bei 87,5 Prozent. Der Frauenanteil betrug 56,6 Prozent.
Bei den Abschlussnoten zeigt sich:
- Vollbefriedigend, gut oder sehr gut: 21,7 %
- Sehr gut: 0,04 %
FAQ: Häufige Fragen zu Noten im Jura-Studium
Was ist ein Prädikatsexamen im Jura-Studium?
Als Prädikatsexamen Jura wird in der Regel ein Examen mit mindestens 9 Punkten bezeichnet. Die Note lautet „Vollbefriedigend“ und zählt zu den wichtigsten Karrierekriterien im juristischen Arbeitsmarkt.
Was bedeutet „Vollbefriedigend“ im Jura-Studium?
Vollbefriedigend Jura entspricht einem Ergebnis zwischen 9,00 und 11,49 Punkten. Wer diese Note erreicht, gehört bereits zu den leistungsstärkeren Absolventinnen und Absolventen eines Examensjahrgangs.
Wie ist die Notenskala im Jura-Studium aufgebaut?
Die juristische Notenskala reicht von 0 bis 18 Punkten. Die wichtigsten Bewertungsstufen sind Ausreichend (4,00–6,49 Punkte), Befriedigend (6,50–8,99 Punkte), Vollbefriedigend (9,00–11,49 Punkte), Gut (11,50–13,99 Punkte) und Sehr gut (14,00–18,00 Punkte).
Wie hoch ist die Durchfallquote im 1. Staatsexamen Jura?
Im Jahr 2024 lag die Bestehensquote im Ersten Staatsexamen bei 72,6 Prozent. Daraus ergibt sich eine Durchfallquote von rund 27,4 Prozent.
Wie hoch ist die Durchfallquote im 2. Staatsexamen Jura?
Im Zweiten Staatsexamen lag die Bestehensquote 2024 bei 87,5 Prozent. Entsprechend betrug die Durchfallquote etwa 12,5 Prozent.
Welche Jura-Note braucht man für ein Prädikat?
Für ein Jura-Prädikat beziehungsweise ein Prädikatsexamen sind mindestens 9 Punkte erforderlich. Die Grenze markiert den Übergang von der Note „Befriedigend“ zu „Vollbefriedigend“.
Was bedeutet „VB“ im Jura-Studium?
„VB Jura“ ist die geläufige Abkürzung für „Vollbefriedigend“. Die Note gilt als Prädikat und wird häufig als Anforderung für bestimmte Karriereschritte, etwa in der Justiz oder in Wirtschaftskanzleien, genannt.
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