Die Karriere als Steuerberater – Viele Wege führen nach Rom

von Veronika Gebertshammer

Der lange, teils steinige Weg zum Steuerberater zahlt sich am Ende aus: Denn der Beruf zeichnet sich durch spannende Aufgaben, einen engen Kontakt mit der Mandantschaft sowie durch ein attraktives Gehalt aus. Da Juristen die erforderlichen analytischen Fähigkeiten mitbringen, sind sie angesehene Steuerberater. Allerdings ist das Jura-Studium keine zwingende Voraussetzung für diesen Beruf. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom bzw. zur Steuerberaterprüfung. Hat man diese Prüfung bestanden, steht einem ein Beruf mit zahlreichen Einsatz- und Verdienstmöglichkeiten offen.

Wie wird man Steuerberater?

Es gibt drei klassische Wege zur Steuerberaterprüfung. Es kann eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten oder ein steuerberaternahes Studium absolviert werden (zum Beispiel BWL, VWL oder Jura). Daneben gibt es noch die Möglichkeit eines dualen Studiums in BWL oder im Steuerwesen. Um zum Steuerberaterexamen antreten zu können, ist eine gewisse Praxiszeit in diesem Bereich notwendig, die sich je nach Werdegang unterscheidet.

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Bei einem Master-Studium oder beim juristischen Staatsexamen sind zwei Jahre Praxiszeit erforderlich; bei einem Bachelor-Abschluss mindestens drei Jahre. Wurde hingegen eine kaufmännische Berufsausbildung absolviert, sind acht Jahre Praxiszeit vorzuweisen. Hat man nach dem Ende der Ausbildung allerdings einen Abschluss als Bilanzbuchhalter (IHK) oder als Steuerfachwirt abgelegt, sind sechs Jahre Praxiszeit ausreichend. Erfüllt man die genannten Voraussetzungen, kann man die Steuerberaterprüfung ablegen. Diese gilt als eine der schwersten Prüfungen in ganz Deutschland. Sie besteht aus drei schriftlichen Prüfungen und einer mündlichen Prüfung. Jede der schriftlichen Prüfungen dauert sechs Stunden. An der mündlichen Prüfung darf man allerdings erst teilnehmen, nachdem die schriftlichen Prüfungen bestanden sind. Nach bestandener Steuerberaterprüfung kann man sich von der zuständigen Steuerberaterkammer zum Steuerberater bestellen lassen.

Die Aufgaben eines Steuerberaters

Die Aufgaben eines Steuerberaters sind im Steuerberatungsgesetz (StBerG) geregelt. Zu unterscheiden sind folgende drei Fachbereiche:

  • Deklarationsberatung: Die Deklarationsberatung umfasst vor allem die Unterstützung bei der Erstellung von Steuererklärungen und bei der Überprüfung von Steuerbescheiden.
  • Gestaltungsberatung: Unter der Gestaltungsberatung ist die vorausschauende Beratung für eine optimale Steuergestaltung zu verstehen.
  • Durchsetzungsberatung: Bei der Durchsetzungsberatung handelt es sich um die Vertretung von Steuerpflichtigen gegenüber der Finanzverwaltung und Finanzgerichten.

Was verdient ein Steuerberater?

Das Gehalt eines Steuerberaters richtet sich nach dem Abschluss, der Erfahrung, der Größe des Unternehmens sowie nach dem jeweiligen Bundesland, in dem die Tätigkeit aufgenommen wird. Ein Steuerberater mit Bachelorabschluss kann sich auf ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von 40.600 Euro einstellen. Mit einem Master ist ein Einstieg mit 46.200 Euro möglich. Das Gehalt steigt allerdings mit der Berufserfahrung. Bei mehr als fünf Jahren im Beruf liegt das jährliche Brutto-Gehalt bereits bei 73.800 Euro. Nach zehn Jahren kann man mit einem Gehalt von mindestens 99.200 Euro rechnen. Deutschlandweit beträgt das Gehalt von Steuerberatern durchschnittlich 75.240 Euro im Jahr. Selbstständige Steuerberater rechnen ihre Leistungen nach der Steuerberatervergütungsverordnung ab.

Die Karrierechancen eines Steuerberaters

Da das Steuerrecht in Deutschland sehr komplex ist, werden gut ausgebildete Steuerberater wohl immer gefragt sein. Mit fachlichen Fortbildungen bleibt man einerseits hinsichtlich der Gesetzesänderungen auf dem neuesten Stand, andererseits können sich Spezialisierungen positiv auf das Gehalt auswirken.

Folgende Weiterbildungen stehen einem als Steuerberater offen: Zum einen kann eine viermonatige Weiterbildung zum Wirtschaftsprüfer absolviert werden. Als Wirtschaftsprüfer ist man für die Prüfung der Jahresabschlüsse von Unternehmen zuständig. Außerdem bieten sie Beratungen hinsichtlich betriebswirtschaftlicher und steuerrechtlicher Fragen an. Für die Weiterbildung zum Wirtschaftsprüfer muss ein relevantes Studium einschließlich Berufserfahrung abgeschlossen worden sein. Daneben besteht die Möglichkeit die Studiengänge „Wirtschaftsrecht“ oder „Wirtschaftswissenschaften“ zu absolvieren.

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Über die Autorin:

Veronika Gebertshammer,
ist Dipl.-Jur. ist Texterin, Lektorin und Schreibcoach.
www.veronika-gebertshammer.de

Der Beitrag erschien erstmals im "Karriere-Special Steuern" in der DStR 43/22.