"Mit Stresssituationen sollte man umgehen können"

Im Gespräch mit Madina Hafizi

1.    Frau Hafizi, warum haben Sie sich nach Ihrem Schulabschluss gerade für die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten entschieden?

Der Tätigkeitsbereich Recht hat mich immer schon sehr interessiert. Mir war während der Schulzeit schon klar, dass ich einen abwechslungsreichen und vielfältigen Beruf ausüben möchte. Daraufhin habe ich mehrere Praktika absolviert und entschloss mich letztendlich für eine Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte. Nun merke ich auch jeden Tag, dass es die richtige Entscheidung war.

2.    Die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten ist ja dual ausgestaltet. Was bedeutet das konkret?

Neben der Praxis in der Kanzlei ist man für gewöhnlich im ersten Lehrjahr einen und ab dem zweiten Lehrjahr zwei Tage die Woche in der Berufsschule. Der Unterrichtsstoff bestand unter anderem aus den Fächern Bearbeitung zivilrechtlicher Mandate, Rechnungswesen, BGB, Kostenrecht, Zwangsvollstreckung, Wirtschafts- und Sozialkunde. An den Arbeitstagen hatte ich die Möglichkeit Einblicke in die Praxis zu bekommen. Die Theorie in der Kanzlei umzusetzen vereinfachte wesentlich den Einstieg in die Arbeitswelt.

3.    Wie schwer ist es denn nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung, eine Arbeitsstelle zu finden?

Die Berufsaussichten als frisch ausgelernte Rechtsanwaltsfachangestellte sind, unter Voraussetzung eines guten Abschlusszeugnisses, nicht schlecht. Die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ist sehr hoch. Eine gute und qualifizierte Fachkraft ist heutzutage schwer zu finden.

4.    Planen Sie Weiter- und Fortbildungen zu absolvieren bzw. haben Sie bereits welche gemacht?

Ja, über Fortbildungen habe ich mir tatsächlich auch schon Gedanken gemacht und bin zu dem Entschluss gekommen, den Rechtsfachwirt anzustreben, denn ich möchte mich beruflich weiterentwickeln. Allerdings möchte ich vor der Weiterbildung noch etwas Berufserfahrung sammeln, denn man lernt nicht nur in der Ausbildung. Als Rechtsanwaltsfachangestellte lernt man jeden Tag in der Kanzlei etwas Neues dazu.

5.    Was sind Ihrer Meinung nach notwendige Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Rechtsanwaltsfachangestellte?

Ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Sorgfältigkeit ist wichtig, da man als ausgelernte Rechtsanwaltsfachangestellte verantwortlich für die Pflege und Überwachung der ganzen Fristen in einer Kanzlei ist. Auch mit Stresssituationen sollte man umgehen können, da es hin und wieder mal sein kann, dass vieles parallel erledigt werden muss.

6.    Als Rechtsanwaltsfachangestellter fungiert man oft als Mittler zwischen Mandanten und Anwälten. Wie sieht Ihr Tagesablauf im Allgemeinen aus?

In erster Linie bin ich für die Koordination und Überwachung des Terminkalenders zuständig und vereinbare nach eigenständiger Durchsicht des Kalenders Termine mit Mandanten. Damit möchte ich die Anwältin oder den Anwalt entlasten und bekomme dadurch ein gutes Fingerspitzengefühl für Aufgaben mit einer gewissen Eigenverantwortung.

Beim Thema Fristen arbeite ich eng mit den Anwältinnen und Anwälten zusammen. Auch hier versuche ich so gut wie es geht ihnen unter die Arme zu greifen und beispielsweise den Versand und die Fertigstellung des Schriftsatzes mit den dazugehörigen Anlagen fertigzustellen.

Mein Tagesablauf beginnt damit in der Früh erst einmal nachzusehen, ob wichtige Fristen für den Tag anstehen und diese gleich als Erinnerungsmail an die zuständigen Anwältinnen und Anwälte zu versenden. Anschließend schaue ich mir meine eingegangenen E-Mails an und beantworte und/oder bearbeite diese gleich.

Die Wiedervorlagen für den jeweiligen Tag versuche ich bereits am Vormittag zu erledigen, damit ich am späten Vormittag noch die eingegangene Post bearbeiten und diese dann an die Mandantschaft weitergeleitet werden kann. Außerdem erfasse ich für die Rechnungsstellung die Stunden der Anwältinnen und Anwälte im Anwaltsprogramm ein. Die eingereichten sowie die eingegangenen Schriftsätze, Mitteilungen, Verfügungen, Beschlüsse und Urteile des Gerichts werden von mir in der jeweiligen Gerichtsakte abgelegt und sorgfältig bearbeitet.

7.    Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrer Tätigkeit?

Dass der Tagesablauf so abwechslungsreich ist. Und ich bin stolz darauf für ein Organ der Rechtspflege zu arbeiten und täglich meinen Beitrag zu leisten.

8.    Was sind für Sie die größten Herausforderungen bei Ihrer Tätigkeit als Rechtsanwaltsfachangestellte?

Sicherlich das Multitasking! Es kommt schon einmal vor, dass das Telefon klingelt und man parallel ein wichtiges Dokument pflegt, da noch ein wichtiger Antrag gestellt werden muss und die Uhr tickt - – und dann ist es plötzlich schon Zeit für das nächste Meeting und der Mandant muss empfangen werden. Da heißt es Ruhe bewahren und strukturiert die Themen abarbeiten.

9.    Inwieweit hatte die Corona-Pandemie Einfluss auf Ihren Arbeitsalltag?

Im Zuge der Corona-Pandemie habe ich verstärkt im Homeoffice gearbeitet, die Kommunikation mit meinen Teamkollegen fand zunächst fast ausschließlich über E-Mail-Nachrichten und Videokonferenzen statt. Das war neu, aber vieles lief reibungslos aus dem Homeoffice.

Nichtsdestotrotz funktioniert mein Job nicht nur aus dem Home Office heraus, manche Aufgaben muss man einfach vor Ort erledigen. Gute Beispiele sind der Posteingang und die entsprechende Fristennotierung dazu sowie die Ablage.

10.    Warum haben Sie sich gerade für ARQIS als Arbeitgeber entschieden?

Die Tätigkeitbeschreibung in der Stellenanzeige hat mich direkt angesprochen, das Vorstellungsgespräch hat mich dann vollständig überzeugt. Die Kanzlei sowie der Umgang unter Kollegen und Berufsträgern machte auf mich direkt einen sehr guten ersten Eindruck, das war mir sehr wichtig.

11.    Was zeichnet ARQIS als Arbeitgeber aus?

ARQIS ist ein Arbeitgeber mit einem sehr guten Betriebsklima, was mir bisher immer sehr wichtig war und ist. Außerdem hat man das Gefühl, dass bei ARQIS die Kommunikation zwischen den Berufsträgern und Angestellten wirklich gut funktioniert. Zudem gibt es hier eine ausgewogene Work-Life-Balance. Vor allem aber wird die Arbeit wertgeschätzt, der Umgang untereinander ist einfach kollegial.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Über die Autorin:

Madina Hafizi
Rechtsanwaltsfachangestellte 
bei ARQIS

 

Sie suchen eine Stelle als Rechtsanwaltsfachangestellte/r? Der BECK Stellenmarkbringt Auszubildende und Fachangestellte mit ihren Wunsch-Arbeitgebern zusammen. Bei Interesse wenden Sie sich gerne an Julia Nüsslein unter Tel. 089/38189- 604 oder per E-Mail an julia.nuesslein@beck.de.