Dringend gesucht: Experten im Sportrecht

von Dipl.-Kfm. Stefan Tselegidis

Juristische Fachkenntnisse werden im Alltag häufig benötigt. Die Sportbranche hat dabei zahlreiche Besonderheiten. Komplizierte sportrechtliche Fragestellungen treten in der Sportbranche und auf Unternehmensseite immer häufiger auf – sei es bei der Ausübung von Verwertungsrechten, beim Transfer von Sportlerinnen und Sportlern, beim Ligabetrieb, im Management von Sportorganisationen oder im Sponsoring.

Sportrechtliche Kenntnisse sind vielerorts gefordert, in Kombination mit Betriebswirtschafts-, Management- und Branchenkenntnissen. Die Sportbranche wächst stark und mit ihr der Bedarf an Experten im Sportrecht.

LL.M. Sportrecht an der Universität Bayreuth

Der LL.M. Sportrecht an der Universität Bayreuth bietet Expertise und Netzwerk. Der vierte Jahrgang ist bereits gestartet und der fünfte steht in den Startlöchern. Die Absolventinnen und Absolventen führen den Titel „LL.M. Sportrecht (Universität Bayreuth)“.

Dabei hat die Verbindung von Sport, Wirtschaft und Recht in Bayreuth Tradition. Die interdisziplinär angelegte Sportökonomie wird an der Universität Bayreuth schon seit über 30 Jahren angeboten. Sportrecht gehört von Anfang an dazu und die Beweggründe für ein Studium sind sehr unterschiedlich.

Das Bild vom Kaminabend zeigt den Sportrechtsanwalt und Spielerberater Dr. Erkut Sögüt und die Studierenden, die die Veranstaltung vorbereitet und durchgeführt haben.

Expertise für Beratung- und Vertretung ausbauen

Die Sportbranche erlebt eine Professionalisierung und Kommerzialisierung. Die digitale Transformation beschleunigt diese Entwicklungen. Die juristischen Herausforderungen wachsen mit und erfordern entsprechende Kompetenzen.

Ehrenamt und Hauptamt müssen Entscheidungen treffen, deren juristische und wirtschaftliche Tragweite oft gar nicht abzusehen ist. Sie suchen daher nach kompetenter Beratung und Vertretung.

Besonders benötigt werden dazu Kompetenzen im Bereich Vermarktungsrecht (z. B. Medienverträge, Ambush Marketing), Kartellrecht (z. B. für die Sportgerichtsbarkeit), Arbeitsrecht (z. B. für ProfisportlerInnen, TrainerInnen und Clubs) aber auch Strafrecht (Stichwort Doping). Und so könnte der Katalog unterschiedlicher Herausforderungen noch um ein Vielfaches erweitert werden.

Am Ende wird ein juristischer Berater benötigt, sei als Justiziar oder als Rechtsanwalt, der Kompetenzen auf hohem Niveau in einem komplexen juristischen, betriebswirtschaftlichen und sportlichen Umfeld nachweisen kann.

Leidenschaft mit beruflichen Zielen verbinden

Die Studierenden absolvieren den LL.M. Sportrecht berufsbegleitend. Das bedeutet zwar zunächst eine Doppelbelastung, aber es gibt ihnen die Möglichkeit, ihren Berufsweg ohne Unterbrechung fortzusetzen und weiterhin Berufserfahrung zu sammeln. Dabei können sie sich weiterentwickeln und ihre Netzwerke ausbauen ohne den eigenen Lebensstandard zu ändern.

Der interdisziplinäre Aufbau des Studiengangs ermöglicht dabei den Blick über den Tellerrand. Neben den vielen Rechtsbereichen erhalten die Studierenden Kurse in der BWL des Sports, um die wirtschaftliche Seite besser beurteilen zu können.

Persönliche Netzwerke bilden

Die Studierenden des LL.M. Sportrecht treffen sich an den Präsenzwochenenden an der Universität Bayreuth. Sie treffen aber auch auf Dozenten wie z. B. Prof. Dr. Jan F. Orth (Vereins-, Verbands- und Schiedsgerichtsbarkeit), Dr. habil. Martin Stopper (Vertragsrecht und Internationales Recht im Sport), Prof. Dr. Rudolf Streinz (Verfassungsrecht und Europarecht im Sport) und natürlich den Studiengangsmoderator Prof. Dr. Peter W. Heermann mit seiner Expertise in verschiedenen Rechtsbereichen.

Zusätzliche Kontakte vor Ort ergeben sich dadurch, dass die Präsenzwochenenden zeitgleich mit den Präsenzwochenenden des MBA Sportmanagement und des MBA Marketing & Sales Management stattfinden.

Es besteht also die Möglichkeit, bereits in der Sportbranche arbeitende Studierende kennen zu lernen z. B. beim gemeinsamen Mittagessen während der Präsenzwochenenden, bei Exkursionen oder Kaminabenden mit hochrangigen ReferentenInnen aus Sport und Recht.

Über den Autor:

Dipl.-Kfm. Stefan Tselegidis
Head of Network Management bei der
Sport Management Academy Bayreuth

Quelle NJW 28/2019