Warum sich gesunde Ernährung im Büro auszahlt

von Felix Munte

Ein Schokoriegel zwischen dem Meeting, ein belegtes Brötchen vor dem Computer oder die mitgebrachten Muffins einer Kolleg:innen. Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz fällt heutzutage vielen Berufstätigen schwer. Denn in vielen kleinen oder mittelständischen Unternehmen gibt es heute noch keine interne Verpflegungsmöglichkeit. Ein Grund hierfür ist laut dem Statistischen Bundesamt, dass nur wenige Unternehmen eine Kantine anbieten.1 Dabei ist es besonders wichtig, bei langen Arbeitszeiten und ständigem Termin- und Leistungsdruck auf die Gesundheit der Mitarbeiter:innen zu achten.

Warum es sich für Unternehmen auszahlt, seinen Arbeitnehmer:innen ein gesundes Verpflegungsangebot anzubieten, wird im folgenden Beitrag erklärt.

Steigerung der Leistungsfähigkeit

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Arbeitsrecht | Sozialrecht

Arbeitgeber:innen können durch eine betriebsinterne Verpflegung ihre Mitarbeiter:innen unterstützen, sich gesund während der Arbeitszeit zu ernähren. Durch die richtige Ernährung profitieren Unternehmen gleichzeitig von leistungsstarken und konzentrierten Mitarbeiter:innen. Zusätzlich hat eine ausgewogene Ernährung einen Einfluss auf die Belastbarkeit der Arbeitnehmer:innen in Stresssituationen und reduziert gesundheitliche Folgen. Ich selbst habe lange in einer Unternehmensberatung gearbeitet. Daher kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass ich häufig das Problem hatte mich nach einem langen Arbeitstag nicht mehr richtig versorgen zu können. Eine hauseigene Verpflegungslösung sollte daher zu jeder Zeit verfügbar sein. Zusätzlich kommt es dann noch auf die Auswahl und Qualität der Speisen an. Üppige und fettige Lebensmittel benötigen für die Verdauung zu viel Energie, das macht müde und mindert unsere Leistungsfähigkeit. Frische und gesunde Speisen wiederum fördern hingegen das Wohlbefinden und die Produktivität der Mitarbeiter:innen.

New Work und Steigerung der Arbeitsplatzattraktivität

Wer auf dem Arbeitsmarkt mithalten möchte ermöglicht Homeoffice, Remote Work und flexible Arbeitszeiten. Dabei ist es besonders wichtig, das Miteinander im Team und die Unternehmenskultur nicht aus den Augen zu verlieren. Mit einer internen Betriebsverpflegung verlassen Mitarbeiter:innen weniger das Büro und nutzen die Mittagspause für ein gemeinsames Essen und den privaten Austausch. Dadurch wird die Unternehmenskultur gefördert, Beziehungen gestärkt und der Arbeitsplatz attraktiver gestaltet.

Veränderte Ansprüche der Arbeitnehmer:innen

Besonders die jüngere Generation ist ihrem Betrieb immer weniger loyal und wechselt diesen schneller. Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von XING können sich 39% der Deutschen einen Jobwechsel vorstellen. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen liegt der Wert sogar bei 65%. Um Fluktuation entgegenzuwirken und im War of Talents langfristig zu bestehen, werden neben dem richtigen Lohn weitere Soft Faktoren und Benefits für Mitarbeiter:innen immer relevanter. Da die tägliche Ernährung ein elementarer Bestandteil des Alltags ist, stellt eine anspruchsgerechte Speisenversorgung einen spürbaren Mehrwert im Büroalltag der Mitarbeiter:innen dar. Eine interne Verpflegungslösung kann zusätzlich vom Arbeitgeber steuerfrei bezuschusst werden und bietet damit ein Benefit für alle Arbeitnehmer:innen der Gehaltspyramide an. Alle Mitarbeiter:innen fühlen sich dadurch wertgeschätzt und es steigert ihre Verbundenheit zum Unternehmen.

Über den Autor:

Felix Munte
ist Geschäftsführer der foodji marketplace GmbH. Diese bietet frische, vollwertige und gesunde Mahlzeiten an den Orten, an denen die Menschen hauptsächlich ihren Alltag verbringen und das mit einer 24-Stunden-Verfügbarkeit. Das Ziel des Unternehmens: Die Kunden möglichst glücklich zu machen und Food Waste zu vermeiden.

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1  Journal of Health Monitoring (2020): Inanspruchnahme von Kantinen mit gesunden Ernährungsangeboten im Rahmen betrieblicher Gesundheitsförderung in Deutschland.

Dieser Artikel erschien erstmals als Beitrag im Schwerpunkt "Lifestyle in Tax & Law" der NJW 39/2022.