Gekommen, um zu bleiben – Wie frisches Obst im Büro das Arbeiten (und alles andere) ein bisschen besser macht

von Enzio Reußist

Ein Obstkorb im Büro – das klingt heutzutage schon fast wie ein alter Hut: Nichts besonderes mehr, irgendwie abgenutzt, damit lässt sich nun wirklich kein Blumentopf mehr gewinnen, so tönt es vielerorts aus den Social-Media-Megaphonen der BGM-Experten und Business Influencer. Man könnte fast meinen, der Obstkorb habe es als Teil einer gewissen Grundausstattung in die verstaubte Riege der Kaffeeautomaten, Wasserspender und Kuchenteilchen (irgendwer hat immer Geburtstag) geschafft. Ist diese Entwicklung vom gehypten Arbeitgeber-USP zur schnöden Office-Commodity also ein Abstieg? Droht dem Obstkorb gar ein Platz in der Ecke der Wertschätzungsinstrumente, die so selbstverständlich geworden sind, dass sie selbst nicht mehr wertgeschätzt werden?

Zeit, den guten alten Obstkorb mal wieder ins Rampenlicht zu rücken und uns daran zu erinnern, dass er weit mehr ist als ein Arbeitgeber-Gimmick. Hier kommen vier gute Gründe, warum der Obstkorb am Arbeitsplatz zu recht so selbstverständlich sein sollte wie eine Tasse Kaffee:

1. Wir essen immer noch nicht genug Obst (und Gemüse)

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Laut Bundesregierung essen die Deutschen im Durchschnitt nur 289 Gramm Obst und Gemüse pro Tag – die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt hingegen eine Tagesmenge von 400 Gramm. Laut offiziellen Angaben schafft das gerade mal ein Drittel der Bevölkerung. Der jährliche pro-Kopf-Konsum von Obst stagniert seit einigen Jahren bei etwas über 70 Kilogramm. Gerade im Hinblick auf Volkskrankheiten wie Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen und einige Krebsarten haben wir bei der Ernährung noch immer viel Luft nach oben. 57 Prozent der Teilnehmer einer jährlichen Kundenbefragung des Obstlieferdienstes Fruitful Office gaben an, sie würden aufgrund der Verfügbarkeit von frischem Obst am Arbeitsplatz weniger ungesunde Snacks während der Arbeit essen und knapp 20 Prozent sagten, dass sich sogar auch die eigenen Essgewohnheiten im Privatleben nachhaltig verbessert hätten.

2. Ja zur Wertschätzung!

Wer glaubt, der Obstkorb wird nicht mehr wahrgenommen, der täuscht sich: Laut der Fruitful-Office-Kundenbefragung aus dem Jahr 2022 nahmen knapp 65 Prozent den Obstkorb am Arbeitsplatz als Geste der Wertschätzung wahr. Insgesamt räumten knapp 95 Prozent einer regelmäßigen Obstversorgung am Arbeitsplatz einen hohen oder sogar sehr hohen Stellenwert ein. Erfreulich ist die wachsende, mitunter kritische Auseinandersetzung mit Herkunft, Erzeugung und Qualität des Obstes, aber auch mit der Umweltverträglichkeit von Verpackungsmaterialien und Transportlogistik. In allen relevanten Fragen haben sich nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Anbieter sensibilisiert und beweisen mit einem hohen Maß an Effizienz, ressourcenschonendem Wirtschaften und sozialem Engagement, dass Wertschätzung weit mehr ist als eine Geste gegenüber den eigenen Mitarbeitern.

3. Optik, Image, Arbeitsmarkt

Der Vergleich mit einem bunten Blumenstrauß drängt sich beim Anblick eines gut komponierten Obstkorbes auf. Das klingt banal, war es aber bereits zu Zeiten vor Beginn der Corona-Pandemie nicht. Arbeitgeber und Arbeitnehmer ringen gerade um den goldenen Schnitt der Arbeitsorganisation, um das optimale Verhältnis zwischen Büropräsenz und dem Arbeiten von Zuhause. Dass ein Obstkorb die Mitarbeiter dazu bewegen kann, wieder in Scharen an ihre Schreibtische zurückzuströmen, wird niemand ernsthaft behaupten. Allerdings kommt ein Arbeitgeber, der in einem zunehmend umkämpften Arbeitsmarkt bestrebt ist, die Lebensqualität am Arbeitsplatz so attraktiv wie möglich zu gestalten, schon allein wegen seiner optischen Wirkung nicht um den Obstkorb herum. Mit einem professionellen Lieferservice bleibt diese auch im Verlauf der saisonalen Zyklen immer hoch, ohne dass dafür ein interner logistischer Aufwand entsteht. Der Obstkorb ist wahrscheinlich die günstigste Investition, die man sich nicht leisten kann, sie nicht zu tätigen.

4. Einsteigermodul für ein BGM-Konzept

Oft ist zu hören, der Obstkorb sei ein Feigenblatt für ein fehlendes Konzept eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Das Gegenteil ist viel häufiger der Fall: Die Einführung einer Obstversorgung für die eigenen Mitarbeiter ist oft der erste Schritt hin zur Implementierung eines bedarfs- und budgetgerechten BGM-Konzepts. Viele Anbieter verstehen sich ohnehin schon lange als Gesundheitsdienstleister im Ernährungsbereich und sind in der BGM-Branche bestens vernetzt. Und dort, wo die Strukturen einen ganzheitlichen Ansatz nicht hergeben, ist diese Maßnahme für die allermeisten Unternehmen unabhängig von Branche und Größe mit Jahreskosten pro Mitarbeiter von maximal um die 100 Euro leistbar.

Fazit: Vielleicht gehört der gute alte Obstkorb also doch eher der Kategorie „Oldie but Goldie“ an.

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Apropos: Der Verzehr von Bananen erzeugt dank ihres Trypto-phans gute Laune – in diesen Zeiten ist das ja auch schon einiges wert.

Über den Autor:

Enzio Reußist
ist Geschäftsführer der Fruitful Office GmbH.
www.fruitfuloffice.de

Dieser Artikel erschien erstmals als Beitrag im Schwerpunkt "Lifestyle in Tax & Law" der NJW 39/2022.