Interim-Jurist:in – ein Karrieremodell der Zukunft

von Alexander Aran und Patrik Kusak

Während die Tätigkeit als Interim-Jurist:in in Ländern wie UK oder USA längst etabliert und fester Bestandteil der Branche ist, steckt dieses alternative Karrieremodell im deutschen Rechtsmarkt noch „in den Kinderschuhen“.

Das hat verschiedene Gründe: zum einen die veraltete juristische Ausbildung, die Absolvent:innen weitestgehend nur den direkten Weg in die Festanstellung als Rechtsanwält:in, Unternehmensjurist:in oder in den Staatsdienst vorzeichnet, zum anderen die langsam fortschreitende Flexibilisierung des deutschen Rechtsmarktes und der damit verbundenen begrenzten Auswahl an alternativen Karrieremodellen.

Was versteht man unter einer Tätigkeit als Interim-Jurist:in?

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Als Interim-Jurist:in ist man für einen begrenzten zeitlichen Umfang für ein Unternehmen i.d.R. an festen Tagen pro Woche tätig. In diesem Zeitraum unterstützt man das Unternehmen bei der Bewältigung von Herausforderungen aus unterschiedlichen rechtlichen Bereichen wie z.B. Commercial, Compliance, Datenschutz, Gesellschaftsrecht oder Regulatorik. Es geht dabei weniger um punktuelle Rechtsberatung als vielmehr um die Bewältigung des „Daily Business“.

Der Fokus liegt auf interner Arbeit, für die nicht zwingend Spezialkenntnisse von externen Wirtschaftskanzleien notwendig sind. Der Unterschied zur klassischen Rechtsanwaltstätigkeit Die klassische Rechtsanwaltstätigkeit hat ihre Daseinsberechtigung bei der Beratung zu Fragestellungen von hoher Komplexität, die tiefgreifende Spezialkenntnisse auf einem bestimmten Rechtsgebiet erfordert und durch eine interne Rechtsabteilung nicht abgedeckt werden kann. Das wird insbesondere relevant, wenn fachgebietsübergreifende Kenntnisse benötigt werden, die nur durch mehrere hochspezialisierte Anwält:innen abgebildet werden können, die innerhalb einer Kanzlei zusammen an einem Sachverhalt arbeiten.

Was muss ein:e Interim-Jurist:in mitbringen?

Die Unternehmen legen großen Wert auf entsprechende Branchen- und Inhouse-Erfahrung der einzusetzenden Interim-Jurist:innen. Gewollt ist eine Hands-On-Mentalität und eine pragmatische Arbeitsweise, die bei Kanzleianwält:innen ohne entsprechende Inhouse-Erfahrung schwer zu finden ist. Der interne Arbeitsaufwand lässt sich jedoch nur so effizient bewältigen. Ausschweifende rechtliche Einschätzungen mit zu hohem Problembewusstsein oder seitenlange Rechtsgutachten mit Disclaimer sind nicht gewollt.

In welchem Karriere-Stadium bietet sich eine Tätigkeit als Interim-Jurist:in an?

Eine Tätigkeit als Interim-Jurist:in bietet sich in verschiedenen Stadien einer juristischen Karriere an. Je nach Einsatz variieren die Anforderungen an Berufserfahrung, Spezialisierung oder Branchenerfahrung. Wichtig sind einschlägige Erfahrung und die Fähigkeit, sich ohne große Einarbeitungszeit flexibel in unbekannten Strukturen zurechtzufinden, um sich schnellstmöglich der jeweiligen Aufgabe widmen zu können.

Welche Vorteile hat die Selbstständigkeit als Interim-Jurist:in?

Die Vorteile der Selbständigkeit als Interim-Jurist:in sind zahlreich. Gerade im Zeitalter von New Work bildet es ein passendes Modell, welches die Bedürfnisse nach Flexibilität, Selbstbestimmtheit und digitalem, mobilem Arbeiten erfüllt. Neben der attraktiven Vergütung, die durch eine Festanstellung nur schwer zu erzielen ist, bietet dieser Karrierepfad immer wechselnde Herausforderungen bei unterschiedlichen Unternehmen.

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Interim-Jurist:in sein heißt: Weg von Routine und raus aus der Komfortzone! Durch das interessen- und stärkenbasierte Arbeiten entwickelt man sich konstant weiter. Starre Strukturen und „Face-Time“ gehören der Vergangenheit an. Das Arbeiten auf Augenhöhe und die hohe Sichtbarkeit bei den Mandanten ermöglicht den Aufbau eines belastbaren Netzwerks zu Entscheider:innen auf Seiten der Rechtsabteilungen.

Warum EQWAL der richtige Partner für Jurist:innen und Unternehmen ist

Mit EQWAL haben wir einen Alternative Legal Service Provider („ALSP“) gegründet, der Rechtsabteilungen mit passenden und qualifizierten Interim-Jurist:innen zusammenbringt. Dies erfolgt durch einen digitalen, automatisierten Abgleich von Unternehmensbedarf und Kompetenzen. Den geprüften Interim-Jurist:innen, die in unserem Pool gelistet sind, werden nur geeignete Einsatzmöglichkeiten vorgeschlagen, die zu den Interessen und Stärken passen. Aufwand für Administration oder Akquise fällt für die Jurist:innen nicht an.

EQWAL übernimmt die Akquisition, Strukturierung, Begleitung und Abwicklung der Einsätze. Die Jurist:innen können sich vollständig auf die rechtliche Kernarbeit konzentrieren und haben die Möglichkeit, für verschiedene Unternehmen außerhalb des eigenen Netzwerks im Einsatz zu sein – vom Startup bis zum Konzern. Das trägt entscheidend zum Aufbau des eigenen Track Record und zur Sichtbarkeit bei.

 

Über die Autoren:

Alexander Aran
Co-Founder und Geschäftsführer der EQWAL GmbH in Berlin
Der gelernte Volljurist war zuvor als General Counsel in einem Technologie-Unternehmen und als Rechtsanwalt in einer internationalen Wirtschaftskanzlei tätig.

 

Patrik Kusak
Co-Founder und Geschäftsführer der EQWAL GmbH
Durch seine vorherigen Stationen bringt der studierte Diplom-Kommunikationsdesigner eine Leidenschaft für digitale Prozesse im Rechtsmarkt mit und gestaltet diese aktiv weiter.