Erfahrungsbericht zum LL.M.-Studium an der London School of Economics

Interview mit Markus Moßmann, geführt von Dr. Elisabeth Rudolf-Sipötz

Lieber Herr Moßmann! Herzlichen Glückwunsch zum Master of Laws (LL.M.)!

Was hat Sie bewogen Ihren LL.M. in Großbritannien und insbesondere an der London School of Economics zu machen?

Für mich bietet die LSE die perfekte Mischung. In fachlicher Hinsicht hatte ich durch die freie Kurswahl die Möglichkeit spannende Seminare in meinen beiden Interessensgebieten Kartellrecht und Völkerrecht zu belegen. Hinzu kam die einmalige Gelegenheit ein Jahr an einer ganz besonderen Hochschule im Herzen einer der aufregendsten Metropolen der Welt verbringen zu können.

Welche waren die wesentlichen Hürden, die es bei der Entscheidung für den LL.M. zu überwinden galt?

Neben dem teilweise zeitaufwändigen Bewerbungsverfahren war die Finanzierung des Studiums eindeutig die größte Hürde. Zwar sind die Studiengebühren in London um einiges geringer als in den USA, dennoch ist es für einen Studenten eine gewaltige Summe, die es plötzlich aufzubringen gilt. Auf große Rücklagen oder Sponsoren in der Familie konnte ich dabei nicht zurückgreifen, sodass mein Projekt LL.M. ohne die Unterstützung durch die Brain Capital GmbH nicht möglich gewesen wäre.

Was war das Besondere an Ihrem Studium an der LSE?

Das besondere an der LSE ist sicherlich der große Anteil an internationalen Studenten. Obwohl ich nur eine gute Flugstunde von meiner deutschen Heimat entfernt war, verteilte sich mein Freundes- und Kommilitonenkreis schnell über alle Kontinente.

Der seminar teaching style ist ein weiterer Vorteil, sodass wir regelmäßig in kleinen Gruppen unterrichtet wurden. Leider gelang der Uni dies nicht in jedem Fall. Beliebte Kurse wurden schon mal von bis zu 40 Teilnehmern besucht.

Ein echtes Highlight waren die regelmäßigen Veranstaltungen zu current affairs mit prominenten Gastrednern. Hier habe ich u. a. den ehemaligen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, den ehemaligen britischen Premierminister Gordon Brown und die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (LSE Alumna) erleben dürfen.

Natürlich war das Thema Brexit stets präsent und Diskussionsgegenstand sowohl in den Seminaren als auch bei public events. Gerade der EU ist es zu verdanken, dass ich als EU-Bürger zu inländischen Konditionen in London studieren durfte und kein Visum oder zusätzliche Krankenversicherung benötigte. Als überzeugter Europäer habe ich den Prozess daher mit Wehmut und Unverständnis begleitet.

Es gab doch sicher auch ein Leben außerhalb des Campus? Was waren Ihre Erfahrungen?

London ist eine aufregende Stadt! Man entdeckt immer wieder neue Facetten, auch wenn man denkt touristisch bereits alle Ecken erkundet zu haben. Die Vielseitigkeit war für mich ein Erlebnis für sich. Die Zeit außerhalb der Uni habe ich daher regelmäßig genutzt, um neue Stadtteile zu entdecken, Restaurants zu testen, Museen zu erkunden (der Eintritt ist in der Regel frei) und hochkarätige Theaterstücke im Londoner West End zu besuchen.

Natürlich darf auch ein Besuch in den vielen urigen Pubs nicht fehlen. Ein besonderes Highlight war zudem der Besuch des Freundschaftsspiels Deutschland gegen England im Wembley Stadium.

Im Nachhinein betrachtet, alles richtiggemacht und welche Tipps haben Sie für LL.M. Interessenten?

Ich persönlich habe meine Entscheidung nicht bereut, ganz im Gegenteil: Ein LL.M.-Jahr im Ausland ist fachlich und persönlich eine enorme Bereicherung.

Jedem, der mit dem Gedanken spielt einen LL.M. zu machen, kann ich nur empfehlen, sich dem Thema mit viel Vorlaufzeit und Engagement zu widmen.

Alles Gute für Ihre Zukunft und herzlichen Dank!

Über die Interviewpartner:

Markus Moßmann, LL.M. (LSE)
Rechtsreferendar am OLG Düsseldorf
und wissenschaftlicher Mitarbeiter im
Kartellrecht bei Freshfields Bruckhaus
Deringer LLP

Dr. Elisabeth Rudolf-Sipötz
Geschäftsführerin der Brain Capital GmbH,
einer spezialisierten Fondsgesellschaft für
Bildungsfonds und Ansprechpartnerin für
LL.M. Interessenten

Quelle NJW 13/2019