Kanzleialltag in Dubai: Was Steuerberatende über juristische Praxis im Ausland wissen sollten

von Katharina Jung

Warum rückt Dubai zunehmend in den Fokus von Steuerfachleuten? Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Drehkreuz für deutsche und internationale Unternehmen entwickelt. Für Steuerberaterinnen und Steuerberater eröffnen sich dadurch zahlreiche Schnittstellen. Mandanten mit Geschäftstätigkeiten in den Golfstaaten müssen nicht nur steuerliche Rahmenbedingungen im Heimatland berücksichtigen, sondern auch lokale Besonderheiten kennen. Hier kommt die Zusammenarbeit mit Juristinnen und Juristen vor Ort ins Spiel – insbesondere, wenn es um Fragen des Steuerrechts, der Unternehmensstrukturierung oder der Vermögens- und Unternehmensnachfolge geht.

Ein Blick in den Kanzleialltag

In internationalen Kanzleien in Dubai zeigt sich, wie eng steuerliche und juristische Fragestellungen miteinander verknüpft sind. Deutsche Steuerkanzleien wenden sich häufig an Kolleginnen und Kollegen vor Ort, wenn Mandanten in den Emiraten eine Tochtergesellschaft gründen, Immobilien erwerben oder ihre Vermögens- und Unternehmensnachfolge über Ländergrenzen hinweg strukturieren möchten. Dabei geht es nicht nur um die Beachtung lokaler Gesetze, sondern auch um Themen wie Doppelbesteuerung, Quellensteuer oder die steuerliche Behandlung von Betriebsstätten.

Gerade hier bietet sich eine enge Abstimmung zwischen deutschen Steuerberatungskanzleien und internationalen Rechtsanwaltskanzleien an – nicht zuletzt, um Mandanten eine nahtlose Beratung über Ländergrenzen hinweg zu ermöglichen.

Welche Rolle spielen Steuerberatende in Deutschland konkret?

Die Expertise deutscher Steuerberaterinnen und Steuerberater bleibt unverzichtbar. Während Juristinnen und Juristen in Dubai die lokalen rechtlichen Rahmenbedingungen – etwa zur Gründung von Gesellschaften, zu Eigentumsfragen oder zu den Vorgaben der Körperschaftsteuer in den VAE – prüfen, regeln steuerberatende Fachleute in Deutschland das übergreifende steuerliche Gesamtkonzept. Dazu gehört insbesondere die Einordnung von Gewinnen aus den Emiraten im deutschen Steuerrecht, die Prüfung von Doppelbesteuerungsrisiken, die Gestaltung von Holdingstrukturen sowie die steuerliche Behandlung von Dividenden, Lizenzzahlungen oder grenzüberschreitenden Dienstleistungen.

Gerade bei Fragen zur Körperschaftsteuerpflicht, zur Anwendung der Umsatzsteuer im internationalen Kontext oder zur Vermeidung einer ungewollten Betriebsstätte wird deutlich, wie wichtig der enge Austausch zwischen beiden Berufsgruppen ist. Nur durch die Kombination von lokaler Rechtskenntnis und steuerlicher Gesamtplanung lassen sich für Mandanten rechtssichere und zugleich wirtschaftlich sinnvolle Lösungen entwickeln. Für deutsche Steuerkanzleien kann es daher von Vorteil sein, verlässliche Partner im Ausland zu haben, auf die bei Bedarf schnell zurückgegriffen werden kann.

Neue Berufsbilder jenseits der klassischen Laufbahn

Der Kanzleialltag in den VAE verdeutlicht, wie vielfältig Berufsbilder im internationalen Umfeld sein können. Juristinnen und Juristen übernehmen nicht nur klassische Rechtsberatung, sondern arbeiten an der Schnittstelle von Recht, Steuern und Wirtschaft.

In der Steuerberatung entstehen dadurch neue Kooperationsfelder. So wird etwa gemeinsam geprüft, wie Gewinne aus einer Gesellschaft in Dubai in Deutschland steuerlich behandelt werden, welche Auswirkungen eine Holdingstruktur in einer Freizone auf die Besteuerung hat oder wie sich Erbschaft- und Schenkungsteuer auf eine in den Emiraten gelegene Immobilie auswirken können.

Gerade für den Berufseinstieg eröffnet die Arbeit im internationalen Umfeld spannende Möglichkeiten. Junge Fachkräfte in den juristischen und steuerberatenden Berufen arbeiten häufig zunächst an Due-Diligence-Prüfungen, unterstützen bei der Analyse von Doppelbesteuerungsrisiken, erstellen vergleichende Gutachten zu unterschiedlichen Steuerregimen oder bereiten Mandantenpräsentationen im Team vor. Auf diese Weise lernen sie, wie interdisziplinäre Beratung funktioniert und bauen Schritt für Schritt eine Expertise auf, die über die klassische nationale Laufbahn hinausgeht.

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg – wie funktioniert das praktisch?

Die Kooperation zwischen Steuerberatungskanzleien und ausländischen Rechtsanwaltskanzleien erfolgt meist digital, etwa über Videokonferenzen oder gemeinsame Datenräume. Persönliche Treffen finden vor allem bei Mandantenbesuchen oder internationalen Fachtagungen statt. Für Steuerberaterinnen und Steuerberater in Deutschland bedeutet dies, dass die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Partnern aus unterschiedlichen Rechtsordnungen immer stärker an Bedeutung gewinnt.

Gerade bei komplexeren Mandaten zeigt sich, dass Netzwerke zwischen deutschen Steuerberatenden und Kanzleien im Ausland entscheidend sein können, um Mandanten reibungslose Abläufe und abgestimmte Lösungen zu bieten.

Chancen für die steuerberatende Branche

Die Internationalisierung der Wirtschaft führt dazu, dass steuerberatende Fachleute zunehmend interdisziplinär arbeiten müssen. Kanzleien, die frühzeitig Netzwerke mit ausländischen Partnern aufbauen, können Mandanten umfassender beraten und internationale Gestaltungsoptionen eröffnen. Für den Nachwuchs in der steuerberatenden Branche ist es daher sinnvoll, sich bereits zu Beginn der Laufbahn mit internationalem Steuerrecht, Compliance-Fragen und interkultureller Kommunikation vertraut zu machen.

Fazit: Warum steuerberatende Fachleute von Auslandserfahrungen profitieren

Für steuerberatende Berufsträgerinnen und Berufsträger eröffnet die Zusammenarbeit mit ausländischen Kolleginnen und Kollegen wertvolle Einblicke in internationale Geschäftspraktiken. Auslandserfahrungen tragen nicht nur zur Erweiterung der Fachkompetenz bei, sondern erschließen auch neue Beratungsfelder. In einer globalisierten Wirtschaft ist es für die steuerberatende Branche entscheidend, Mandanten nicht nur national, sondern auch international rechtssicher begleiten zu können.

 

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