Vom Steuerbüro in die Unternehmensberatung

von Prof. Dr. Jürgen Zeis

Die Branche der Steuerberater/innen ist im Wandel begriffen. Tätigkeiten wie die Buchführung, das Erstellen von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen werden durch die Digitalisierung stark vereinfacht.

Die bisherigen Honorare werden am Markt nicht mehr realisierbar – ein starker Margenverfall ist die Folge. Hinzu kommt noch die Verschärfung des Wettbewerbs durch weiterhin hohe Zulassungszahlen zum Berufsstand und weitere Liberalisierungen bei den gesetzlichen Vorbehaltsaufgaben.

Um Umsatzrückgänge zu kompensieren, sind also neue Geschäftsfeldstrategien notwendig. Für Steuerberater bietet sich – neben anderen Optionen – unmittelbar der Einstieg in die Betriebswirtschaftliche Beratung an.

Eine Weiterbildung zum Unternehmensberater ist naheliegend

Durch seine vertrauensbasierte und rechnungswesensorientierte Tätigkeit verfügt der Steuerberater bereits über tiefgreifende Unternehmenskenntnisse, während Unternehmensberater sich „auf Kosten“ der Mandanten erst einarbeiten müssen. Mit der ganzheitlichen Beratung wird der Steuerberater den seit langem geäußerten Beratungsbedürfnissen seiner Mandanten gerecht.

Mögliche Vorteile der Umschulung: personelle Kapazitäten können für beratende Tätigkeiten eingesetzt werden. Der Fachkräftemangel verliert an Bedeutung. Eventuell entstehende Nachteile, wenn die Umstellung nicht marktgerecht gelingt: Die Mitarbeiter können nicht mehr mit der erforderlichen „Produktivität“ eingesetzt werden. Die betriebswirtschaftliche  Beratung basiert auf anderen Honorarmodellen. Eine Anpassung des Honorarmodells ist dringend geboten.

Welche Eigenschaften müssen dafür mitgebracht werden?

In der Kanzlei müssen praxistaugliche betriebswirtschaftliche Beratungskompetenzen im Regelfall erst aufgebaut werden. Die Mehrzahl der zugelassenen Steuerberater hat zwar ein betriebswirtschaftliches Studium absolviert, dennoch dürften die Kenntnisse nicht oder auch nicht mehr ausreichen, um den Ansprüchen professioneller Unternehmensberatung und neueren Entwicklungen der anwendungsorientierten Betriebswirtschaftslehre gerecht zu werden. Der notwendige Wissensaufbau kann durch die Weiterbildung des Kanzleiinhabers und eigener Mitarbeiter erfolgen.

Wie MBAs dabei helfen können

Dazu bietet sich zum Beispiel ein berufsbegleitendes MBA-Studium Business Consulting an. Das Fernstudium bietet eine hohe Flexibilität, was Lernzeiten und Lernorte angeht und ermöglicht eine individuelle Planung, um das Studium und den Beruf gleichzeitig zu organisieren.

Welche Werkzeuge den Studierenden als Vorbereitung dienen

Im Fernstudium MBA Business Consulting wird Fachwissen zu Themen wie Projektmanagement, Existenzgründungsberatung, Geschäftsmodellberatung, Digitalisierung, digitale Geschäftsmodelle, Unternehmensplanung, Mergers- and Acquisitions-Beratung sowie Change- und Turnaround-Management vermittelt. Wichtiges Know-how über das jeder betriebswirtschaftliche Berater verfügen sollte.

Dabei geht es in einem MBA Business Consulting nicht primär um Wissenstransfer, sondern um praxisgerechte Methoden- und Kompetenzvermittlung für betriebswirtschaftliche Berater. In Anlehnung an das Konzept amerikanischer Business Schools beruht das Fernstudium wesentlich auch auf komplexen Fallstudien, die in Kleingruppen bearbeitet werden. Die Case Studies bieten einen unmittelbaren Praxisbezug, sodass die erworbenen Kompetenzen im Beruf später auch praxisgerecht umgesetzt werden können.

Über den Autor:

Prof. Dr. Jürgen Zeis
Hochschule Wismar

Quelle DStR 43/2019