Zwei Sommer in Kalifornien: Das berufsbegleitende LL.M.-Studium an der UC Berkeley

von Dr. Sebastian Pech

Interview mit Franziska Klippstein, die ihr LL.M.-Studium berufsbegleitend im „Executive Track“ an der University of California, Berkeley School of Law absolviert hat.

Aus welchen Gründen hast du dich für ein LL.M.-Studium in den USA und insbesondere an der University of California (UC), Berkeley School of Law entschieden?

Spätestens seit meinem Praktikum in Schottland war mir klar, dass ich noch einmal für eine längere Zeit ins Ausland wollte. Allerdings schreckten mich zunächst die hohen Kosten und auch der nicht zu unterschätzende Bewerbungsaufwand für ein LL.M.- Studium ab. Ich beschloss daher das 2. Staatsexamen abzuwarten. Danach kam Covid und so fing ich erst einmal an zu arbeiten. Der Wunsch nach einem LL.M. ließ mich aber nicht los und ich informierte mich erneut über die verschiedenen Möglichkeiten.

Da ich mich mittlerweile mitten im Berufsleben befand und verheiratet war, konnte ich mir nicht mehr vorstellen, ein ganzes Jahr im Ausland zu verbringen. Ich bin dann auf den „Executive Track“ der UC Berkeley School of Law aufmerksam geworden. Der Aufbau dieses Programms, die angebotenen Vorlesungen, der Studienort in Kalifornien und der sehr gute Ruf der Universität haben mich schließlich überzeugt.

Was sind die Besonderheiten des „Executive Track“?

Bei dem „Executive Track“ an der UC Berkeley können die Teilnehmenden zwischen zwei Sommern in Berkeley oder einer Kombination aus Online-Vorlesungen und einem Sommer in Berkeley wählen. Da es sich um ein berufsbegleitendes LL.M.-Programm handelt, befinden sich die meisten Studierenden bereits im Berufsleben. So erhält man viele Einblicke in verschiedenste Berufe und auch Lebenswege. Das Programm ist mit ca. 100 Studierenden zudem kleiner als das traditionelle Programm, d.h., es sind nur die Teilnehmer des „Executive Tracks“ vor Ort und nicht auch reguläre J.D.-Studierende. Der Austausch mit den Professoren ist dadurch persönlicher und es kennen sich fast alle Studierenden untereinander, sodass ein großes Gemeinschaftsgefühl besteht.

Wie hat dein Arbeitgeber auf deine LL.M.-Pläne reagiert und hat er dich dabei unterstützt?

Als ich meinen Mentor in der Kanzlei über meine Pläne unterrichtete, war dieser sofort begeistert und hat mir seine volle Unterstützung zugesichert. Er hat mir nicht nur ein Empfehlungsschreiben geschrieben, sondern sich auch nach meiner Zusage darum gekümmert, dass ich bei unseren Kollegen in San Francisco zu Kanzleiveranstaltungen eingeladen werde und diese so auch persönlich kennenlernen konnte. Während meiner Zeit in Berkeley hat mich die Kanzlei komplett von der Arbeit freigestellt und ich wurde durch das Studium auch in keiner Weise benachteiligt.

Du warst bisher hauptsächlich im Arbeitsrecht tätig, hast aber für das LL.M.-Studium den Schwerpunkt „Law and Technology“ gewählt. Was hat dich dazu bewogen?

In Berkeley habe ich u.a. Vorlesungen zu IP-Recht, Datenschutz und Cybersecurity besucht und an einem Workshop für KI teilgenommen. Die Gründe hierfür waren zum einen, dass Berkeley eines der bestenLaw & Technology-Programme in den USA anbietet. Zum anderen wollte ich mich im Bereich des Beschäftigtendatenschutz weiterbilden. Darüber hinaus finde ich es auch als Anwältin wichtig, mich mit den Neuerungen der Technologie zu beschäftigen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Auch ohne Vorkenntnisse waren die Vorlesungen sehr interessant und spannend.

Wie helfen dir die Erfahrungen aus dem LL.M.-Studium bei deiner Tätigkeit als Anwältin?

Inhaltlich hilft mir der LL.M. bei meiner Tätigkeit in Deutschland weniger. Allerdings habe ich z.B. auch eine Vorlesung zur Verhandlungsführung besucht und konnte das dort Gelernte bereits in der Praxis anwenden. Auch habe ich durch die Vorlesungen das amerikanische Rechtssystem besser kennen lernen können. Dies hilft mir die Hintergründe und Bedürfnisse meiner überwiegend amerikanischen Mandanten besser zu verstehen. Sprachlich hat mir der LL.M. am meisten gebracht, da ich in meinem Beruf überwiegend auf Englisch arbeite. Darüber hinaus lernt man aber auch viel über sich selbst. Der Blick über den Tellerrand lohnt sich schon allein aufgrund der Kontakte, die man knüpft. Ich bin mir zudem sicher, dass die gewonnenen Erfahrungen für mich auch in Zukunft von Vorteil sein werden.

 

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Das Interview führte:

Dr. Sebastian Pech, LL.M. (Duke)
Er hat die Internetseite www.llm-essentials.de ins Leben gerufen, um zukünftige LL.M.-Studierende bei der Entscheidungsfindung, Vorbereitung und Durchführung ihres Auslandsaufenthalts zu unterstützen.

Interviewpartnerin war:

Franziska Klippstein, LL.M. (Berkeley)
Ihr ausführlicher Erfahrungsbericht zu ihrem LL.M.-Studium ist hier abrufbar: www.llm-essentials.de/fk-berkeley.