Als Referendar in Sydney
Johannes Koch
Referendar in Frankfurt

Im BECK Stellenmarkt nimmt uns Johannes Koch mit auf seine Reise und schildert seinen Werdegang bei A&O Shearman, von seinen Anfängen als juristischer Mitarbeiter bis hin zu seiner Station als Referendar in Sydney. Er berichtet, was ihm im Vergleich zu Deutschland besonders aufgefallen ist, welche Erwartungen er hatte und inwieweit diese erfüllt wurden.
Was hat Sie dazu bewogen Ihre Wahlstation bei A&O Shearman zu absolvieren?
Im Laufe meiner bisherigen Stationen bei A&O Shearman – angefangen bei der studentischen Mitarbeit über die juristische Mitarbeit bis hin zur Anwaltsstation – habe ich das Arbeiten in der Kanzlei und den Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen sehr schätzen gelernt. In dieser Zeit habe ich nicht nur fachlich viel gelernt, sondern auch ein tiefes Verständnis für die internen Abläufe und die internationale Arbeitsweise entwickelt.
Dabei hat sich zunehmend der Wunsch gefestigt, im Rahmen meiner weiteren Ausbildung auch eine meiner Stationen des Referendariats im Ausland zu absolvieren. A&O Shearman war dafür meine erste Wahl – nicht nur wegen der bereits bestehenden persönlichen und fachlichen Vertrautheit, sondern auch aufgrund der beeindruckenden internationalen Ausrichtung der Kanzlei.
Durch das globale Netzwerk von A&O Shearman eröffnen sich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, einen Einblick in unterschiedliche Rechtsordnungen und Kulturen zu gewinnen – ein Aspekt, der mir für meine weitere berufliche Entwicklung besonders wichtig ist.
Sie haben Ihre Wahlstation am Standort Sydney in Australien absolviert. Welche Erfahrungen haben Sie in dieser Zeit gesammelt und wie viel Australien konnten Sie neben der Arbeit entdecken? Welche Unterschiede haben Sie im beruflichen Miteinander bzw. in der Arbeitskultur wahrgenommen?
Dank des sehr großzügigen Angebots von A&O Shearman konnte ich meine Wahlstation in Sydney so gestalten, dass ich neben der Arbeit auch die Kultur und das Land umfassend kennenlernen konnte. Diese Erfahrungen möchte ich nicht mehr missen – sie waren nicht nur ein willkommener Ausgleich nach der intensiven Zeit des Referendariats, sondern haben mir auch einen authentischen Einblick in Kultur und Lebensweise vor Ort ermöglicht.
Ein besonders prägnanter Unterschied zwischen der deutschen und der australischen Arbeitskultur war für mich der Stellenwert der Freizeit. Während in Deutschland häufig über Work-Life-Balance diskutiert wird, scheint sie in Australien bereits gelebte Realität zu sein. Natürlich gibt es auch hier Tage mit längeren Arbeitszeiten, aber der Feierabend hat einen deutlich höheren Stellenwert und wird respektiert.
Auffällig war zudem der Unterschied in der juristischen Herangehensweise: Während in Deutschland oftmals stark wissenschaftlich gearbeitet wird – mit intensiver Literaturrecherche und dem Herausarbeiten herrschender Meinungen – ist der Arbeitsstil in Australien deutlich praxisorientierter. Recherchen finden statt, allerdings liegt der Fokus eher auf pragmatischen Lösungen als auf der Tiefe dogmatischer Fundierung.
Trotz dieser Unterschiede fiel mir der Einstieg in das australische Rechtssystem nicht schwer. Die im Rahmen der deutschen juristischen Ausbildung vermittelten Kompetenzen und Strukturen haben sich als äußerst hilfreich erwiesen, um sich auch in einem anderen System sicher zurechtzufinden und schnell produktiv mitzuarbeiten.
Welche Erwartungen hatten Sie vor dem Referendariat an die Wahlstation und inwieweit haben sich diese erfüllt?
Meine wichtigste Erwartung an den Auslandsaufenthalt war die Erweiterung meines sprachlichen und kulturellen Horizonts.
Die sprachliche Komponente erfüllte sich dabei fast von selbst – mehrere Monate in einem englischsprachigen Land zu leben und zu arbeiten, wirkt in dieser Hinsicht nahezu automatisch und nachhaltig.
Die kulturelle Dimension hingegen verlangt mehr Eigeninitiative. Es braucht Offenheit und manchmal auch ein wenig Überwindung – etwa dann, wenn man nach einem langen Arbeitstag lieber zu Hause bleiben möchte, aber sich doch dazu entschließt, mit Kolleginnen und Kollegen auf ein Feierabendbier zu gehen. Gerade in diesen informellen Momenten lernt man das echte Leben in Sydney kennen.
Für mich war besonders prägend der Einzug in eine australische Wohngemeinschaft. Erst durch das tägliche Zusammenleben, gemeinsame Ausflüge oder Gespräche über Unterschiede im Alltag bekommt man ein echtes Gefühl für die Kultur. Diese persönlichen Erfahrungen haben meinen Aufenthalt besonders bereichert – und meinen Blick auf das Leben wie auf die Arbeit in einem internationalen Umfeld nachhaltig erweitert.
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