Berufsbegleitende Masterstudiengänge im Steuerrecht

von Thomas Fränznick, RA StB, Geschäftsführer des IWS Instituts und Gesellschafter-Geschäftsführer der Odenwald Treuhand GmbH Steuerberatungsgesellschaft, Mosbach und Andreas Wellmann, Geschäftsführer der Steuerlehrgänge Dr. Bannas GmbH, Rösrath

Wer als Rechtsanwalt im Steuerrecht arbeitet oder auch als Jurist in einer Steuerberatungsgesellschaft, Steuerabteilung oder in einer der großen WP-Gesellschaften tätig ist, für den stellt sich aus Karrieregründen irgendwann die Frage nach einer einschlägigen intensiven Weiterbildung.
Hier bietet sich der Master of Laws (LL.M.) oder ein betriebswirtschaftlicher Master (M.A. oder M.Sc.) an. Darüber hinaus stellt sich auch die Frage nach der Steuerberaterprüfung. Beim Master muss man sich zwischen einem berufsbegleitenden oder einem Vollzeitmaster (konsekutiver Master) entscheiden, wobei es hier in den letzten Jahren ganz klar eine Tendenz zu berufsbegleitenden Studiengängen gibt.
Zudem muss die Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung geplant werden, im Idealfall kombiniert man beides durch den entsprechenden Masterstudiengang, d.h., man vertieft die für die Praxis notwendigen Kenntnisse und erarbeitet sich parallel die Inhalte der Steuerberaterprüfung, unterstützt durch das unentbehrliche Klausurentraining.

Hierfür stehen nun eine Vielzahl von Mastern mit Schwerpunkt im Steuerrecht zur Auswahl, einige als LL.M, überwiegend jedoch betriebswirtschaftliche Master. Ein betriebswirtschaftlicher Master kann aber, zur Stärkung der betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, die in der juristischen Ausbildung ja eher vernachlässigt werden, unter Umständen sogar von Vorteil sein.

Obgleich die meisten Masterprogramme berufsbegleitend angelegt sind, gibt es aber zum Teil wesentliche Unterschiede in der Studienlänge. Auf jeden Fall muss aber die wöchentliche Arbeitszeit der Belastung durch das Studium angepasst werden. Kürzere Studiengänge (vier Semester), die die Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen beinhalten, fordern logischerweise eine stärkere wöchentliche Belastung als längere Studiengänge (bis sieben Semester). Im ersten Fall sollte die wöchentliche Arbeitszeit maximal 20 bis 30 Stunden betragen, in den anderen Fällen kann diese entsprechend länger sein.
Zudem sollte man bei Studiengängen, die auch die Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung beinhalten, im Sommer vor der Steuerberaterprüfung einige Wochen Freistellung einplanen. Das Klausurentraining ist auch für in Klausurtechnik und Klausurtaktik  erfahrenen Juristen auf jeden Fall notwendig.

Auch in der inhaltlichen Ausrichtung unterscheiden sich die Studiengänge.
Bei einigen Studiengängen werden allgemeine wirtschaftswissenschaftliche und juristischeThemen stärker gewichtet, bei anderen Studiengängen steht eine internationale Ausrichtung mehr im Vordergrund oder es geht mehr in Richtung Rechnungswesen. Die Basis-Steuerthemen sind aber faktisch überall gleich und vorgegeben.

Aus der Vielzahl der Masterprogramme möchten wir aber an dieser Stelle die Angebote der Hochschule Mainz, der Hochschule München und der FH Aalen hervorheben, die alle die Steuerberaterausbildung in das Masterprogramm integriert haben und daher unter dem Gesichtspunkt der Effizienz besonders empfehlenswert sind.

Quelle NJW 13/2015